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KI - Die Menschheit im Wandel

  • Autorenbild: Selin
    Selin
  • vor 12 Minuten
  • 3 Min. Lesezeit

Der Text unten ist in meiner Auszeit im Jahresübergang in den Bergen entstanden. Kein Hundethema, aber ein Thema, das uns alle betrifft. Und ich könnte auch viele Parallelen ziehen zur Mensch-Hundewelt, erstmal steht er aber so für sich. Auch ich nutze KI für gewisse Dinge und gleichzeitig ertrage ich es kaum noch Texte zu lesen, die von der KI generiert wurden (darüber vielleicht mehr in einem anderen Post).


Veränderung ist die Natur allen Seins. Und das Paradoxe daran ist: Wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Veränderung ist oft ein stiller Prozess. Spiralförmig. Schleichend. So dass wir mit dem natürlichen Pulsieren mitgehen, davon geformt werden und erst durch den Rückblick bemerken, was sich alles gewandelt hat.


Grosse Veränderungen in der Gesellschaft werden deshalb akzeptiert, weil wir hineinwachsen. Das neue Normal steht nicht plötzlich und überraschend da, sondern nistet sich langsam ein. Von Fremd zu Vertraut. Weil wir uns stufenweise dafür öffnen, so dass sich alte Gewohnheiten mit neuen verweben.


Von einer analogen zu einer digitalisierten Gesellschaft. Das geschieht nicht über Nacht. Und so auch die Entwicklung mit der KI, es formt sich zum neue Normal. KI generierte Social Media Texte. KI generierte Reels. KI generierte Bücher, KI generierte Marketingstrategien. Und weit darüber hinaus: hinein in Systeme, die im Hintergrund wirken. Die Welt wird automatisiert und der Mensch geht automatisch mit. Alles noch schneller. Noch perfekter. Die Grenzen zwischen Mensch und Maschine scheinen zu verschwimmen. Die Unterscheidung zwischen Echt und Künstlich wird scheinbar ungreifbar.


Und der Mensch mittendrin. Mitgerissen vom Strom. Eingeschleust in einer digitalen, künstlichen Welt. Beschallt von einer Wirklichkeit, die das natürliche, zyklische Wesen des Menschseins allmählich in Vergessenheit geraten lässt. Der Mensch wiederum überzeugt davon, dass dieser technologische Fortschritt sein Leben erleichtert. Einladungsbriefe, Arbeitsprozesse, Alltagsentscheidung. Die KI wird zum persönlichen Arbeitsassistenten, zum einfühlsamen Zuhörer, zum Ratgeber in allen Lebensbereichen. Verlässlich, immer abrufbereit, tüchtig und bestätigend.




Ein Tool ist dann ein Hilfsmittel, wenn es mit Bewusstsein genutzt wird. Dann, wenn der Mensch dabei nicht seine Entscheidungsgewalt abgibt. Nutzt er es ohne Bewusstsein, so wird der Mensch selbst zum Tool. Zum Getriebenen. Zum Schaf, das dem Herdenimpuls ausgeliefert ist, ohne das Warum und Wohin zu verstehen. Entnabelt von seiner inneren Autorität. Getrennt vom inneren Kompass.


Veränderung lässt sich nicht aufhalten. Sie ist so sicher wie unser Atem. Es geschieht einfach, ohne unser Zutun. Doch die Art und Weise, wie es vonstatten geht, liegt in unseren Händen.

Nicht im Sinne von Kontrolle. Obschon auch dies eine mögliche Umgangsform ist. Ich kann meinen Atem kontrollieren. Ich kann dem Prozess der Veränderung entgegenhalten. Doch Kontrolle ist immer mit einem immensen Energieaufwand verbunden. Die Veränderung wird in Kraft treten, egal wie sehr ich mich dagegen wehre. Nehmen wir zum Beispiel den Alterungsprozess unseres Körpers: ich kann den Prozess verzögern, aber niemals aufhalten.


Die Ebene, von der ich spreche, ist das Gegenteil von Kontrolle. Sie ist Hingabe an den Ursprung unseres Seins. Und in das Wissen, dass wir zugleich ein Tropfen im Ozean, wie auch der ganze Ozean sind. Die Ebene, von der ich spreche, ist Bewusstsein. Gewahrsein. Und damit Ermächtigung und Demut zugleich.


Wenn ich mir meines Atems gewahr werde, verändert er sich, ohne mein aktives Zutun. Die Beobachtungsgabe, die aus einem Ort der Wertfreiheit und liebevoller Präsenz kommt, bringt alles in eine höhere Ordnung. In einen Zustand der Harmonie, in eine Ausrichtung, die meinem Höchsten entspricht. Sie bindet mich an, an den innersten Quell der Gewissheit, des Vertrauens und der Hingabe, an das, was ich in Wirklichkeit bin: Schöpfer/in.

Leben ist nicht Stillstand. Leben pulsiert durch Veränderung. Doch durch das bewusste Wahrnehmen dessen, was jetzt geschieht, nehme ich automatisch Einfluss auf die Veränderung. Die Quantenphysik hat dies in dem Doppelspaltexperiment deutlich belegt: Beobachtung verändert die Wirklichkeit.


Der Schlüssel liegt in meiner Hand. Lebe ich als Teilchen im Versuch, oder als Beobachter, der weiss, dass Verantwortung dort beginnt, wo man hinsieht oder wegschaut? Bin ich das Schaf, das blind folgt, oder das, das innehält und die Richtung seiner Schritte verantwortet? Entscheide ich mich für Ermächtigung oder Entmächtigung? Für Verbindung oder Entfremdung? Und manchmal ist es so, dass der Weg über die Entfremdung zur Verbindung führt. Und über die Entmächtigung zur Ermächtigung.


Veränderung ist so sicher wie der Tod. Doch den Weg, den darf ich mitgestalten.



 
 
 

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